Vorträge

Freitag

Maika Keil | Bente Schwarz | Isabell Wunsch

"Wir glauben an die Zukunft"

Wo kommen wir her und wo wollen wir hin? Drei Hebammenstudentinnen berichten über ihre Sicht auf die aktuelle geburtshilfliche Situation, auf alte und neue Hebammenweisheit, verschiedene Lernmodelle, die akademisierte Ausbildung und das Hebammenhandwerk. Sie blicken auf die Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten und lassen uns teilhaben an ihren Gedanken, wie „gemeinsam“ lernen und arbeiten gehen kann. Nicht zuletzt haben sie auch die Begegnungen mit den jungen Frauen im Blick, die sie beim Mutterwerden zwischen Risikodenken und neuem Selbstbewusstsein begleiten. Hören wir zu und lassen wir uns inspirieren!

Sophia Zehetmair

Mutmachbeispiel 1: Standards entwickeln und mit Leben füllen

Aktuelles, evidenzbasiertes Wissen in die Praxis zu bringen, das war das Ziel von sieben Studentinnen der DHWB Heidenheim. Sie nutzten die Gunst der Stunde und entwickelten im Rahmen eines Seminars einen Klinik-Standard zu den Geburtsphasen – und bekamen die Chance, diesen während am Ulmer Universitätsklinikum, einem Perinatalzentrum mit 3.200 Geburten jährlich, umzusetzen. Der Standard stellt die Physiologie des Gebärens bei Low-Risk-Schwangeren in den Vordergrund, minimiert den Zeitdruck und gibt gleichzeitig weitere Handlungsempfehlungen. Die Erfahrung in der Praxis? Diese erleben einige der ehemaligen Studentinnen nun als frisch examinierte Hebammen in der Universitätsklinik – und berichten davon in ihrem Vortrag.

Yvonne Bovermann

Geburtshilfe in Deutschland - Status Quo (Arbeitstitel)

- Text folgt -

Jella Grabbert

Screening auf fetale Retardierung - ein neues Tool in der Vorsorge

- Text folgt -

Prof. Dr. Christiane Schwarz

Die Vertreibung aus dem Paradies? Update Geburtseinleitung

Die Geburtseinleitung ist eine sehr häufig angewandte Intervention: Jede vierte bis fünfte Schwangere in den Industrieländern Europas ist betroffen. Warum werden Wehen überhaupt eingeleitet? Wann sollte eingeleitet werden und wenn überhaupt: bei wem und wie? Was denken Frauen darüber, und welche Erfahrungen machen Hebammen mit der Geburtseinleitung? Wer sagt eigentlich, wie es richtig wäre? Gegenstand dieses Vortrags werden aktuelle Forschung, Zahlen und Fakten, Leitlinien sowie kritische Gedanken zur Geburtseinleitung sein.

Mag. Dr. Manuela Werth

Geburtserleben - zwischen Glücksgefühl und Trauma

Die Geburt eines Kindes ist für die Gebärende eine Erfahrung, die ihr Leben wesentlich prägt. Für die eine Frau ist es eine unglaublich schöne, ihr Dasein, ihr Selbst, ihre Integrität bestätigende und stärkende Erfahrung. Für die andere Frau ist es genau das Gegenteil, im schlimmsten Fall sogar eine traumatisierende Erfahrung. Welche Faktoren tragen zu diesen unterschiedlichen Erfahrungen bei und wie können Hebammen und GynäkologInnen die Gebärende unterstützen, damit die Geburt zu einem positiven und stärkenden Erlebnis wird? Dr. Manuela Werth blickt als Psychologin und Psychotherapeutin auf die Einflussfaktoren, die das Geburtserleben und den Geburtsverlauf prägen und zeigt auf, welche Interventionen dazu beitragen können, dass Gebären für die jeweilige Frau ein positives Erlebnis wird.

Stephanie Hahn-Schaffarczyk

Mutmachbeispiel 2: Veto im System

Eine typische Kreißsaalsituation: Eine Frau kommt mit einem Befund ins Krankenhaus – die Einschätzung der Hebamme weicht deutlich von der des diensthabenden Arztes ab. Vor allem wenn es darum geht, unnütze Interventionen zu verhindern, bietet das hierarchische Gefüge in solchen Momenten ein großes Konfliktpotenzial … Was tun, wenn die Leitlinien eindeutig sind, der Arzt diese aber nicht berücksichtigt? Remonstrieren! Die Hebamme Stephanie Hahn-Schaffarczyk hat genau diese Situation erlebt und möchte Mut machen, Veto im System zu üben. Sicher gehört eine Portion Courage dazu – und nicht immer erntet auch die betroffene Frau die Früchte der Remonstration. Aber aufzustehen und hartnäckig zu bleiben – im Sinne der Frauen –, hat das Potenzial, langfristig Veränderungen zu bewirken.

Samstag

Dr. Bärbel Basters-Hoffmann

Zustand nach Sectio (Arbeitstitel)

- Text folgt -

Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Louwen

Zurück in die Kreißsäle: die vaginale Beckenendlagengeburt (Arbeitstitel)

- Text folgt -

Dr. Miriam Bräuer

Mutmachbeispiel 3: Den Notfall üben und reflektieren – ein Teamansatz

- Text folgt -

Prof. Dr. Kerstin Uvnäs Moberg

Die Wirkung von Oxytocin während der Schwangerschaft und Geburt

- Text folgt -

Christine Wendl

Die Stimme der Frauen: Gebären in zwei Welten

Ihre erste Geburtserfahrung machte Christine Wendl dort, wo andere Urlaub machen: in Australien. Sie studierte das englische Vokabular – denn Wörter wie Nabelschnur und Wehen waren bis dahin nicht Bestandteil ihres Repertoires. Zurück in Deutschland und wieder schwanger, musste sie sich auch hier auf neue Wörter einstellen: Drei-Monats-Koliken und Trageberatung waren ihr bis dahin unbekannt. Was sie in Australien von der Hebamme überwiegend in Gruppensituationen gelernt hat, erfuhr sie in Deutschland vor allem in intensiven Einzelberatungen bei ihrer Hebamme. Die Erfahrung, in zwei Welten geboren zu haben, hat das Familienleben sehr geprägt. In ihrem Vortrag gibt sie einen Einblick in die kleinen Unterschiede zwischen diesen Welten und einen Ausblick, wie diese ein Leben beeinflussen.

Peggy Seehafer

Geburtsverletzungen – den Heilungsprozess begleiten

Gut adaptierte Geburtsverletzungen heilen innerhalb weniger Tage – treten dennoch Heilungsprobleme auf, sind die Hebammen in der Wochenbettbetreuung gefragt. Neben gewebebedingten Problemen sind dann häufig strukturell bedingte Probleme ursächlich: falsch verwendetes Nahtmaterial, falsch gewählte Nahttechnik bis hin zur Traumatisierung aufgrund einer unzureichenden Analgesie. Da die Behandlung von Geburtsverletzungen nur selten ausführlich dokumentiert wird und der Hebamme im Rahmen der Wochenbettbetreuung in der Regel kein Übergabeprotokoll vorliegt, muss sie sehr aufmerksam sein. Eine Naht zu öffnen, weil die Wöchnerin sie als unangenehm empfindet, ist nur selten eine gute Idee! Peggy Seehafer zeigt anhand von Bildern, worauf Hebammen bei der Heilung von Geburtsverletzungen achten müssen und wann sie die Frauen an einen Facharzt/eine Fachärztin überweisen sollten.

Janette Harazin

Mutmachbeispiel 4: An der Seite der Frau – als Hebamme in der Kinderklinik

Am Anfang stand eine Idee – inzwischen ist es ein Projekt mit großem Entwicklungspotenzial: In dem Hamburger Stadtteil, in dem die Hebamme Janette Harazin arbeitet, gibt es ein kleines Krankenhaus mit einer tollen geburtshilflichen Station, jedoch ohne Kinderstation. Der Klassiker: Nach der Verlegung in die Kinderklinik sind die Babys gut versorgt, die Mütter aber auf sich alleine gestellt. Eine „Miniwochenstation", die Janette Harazin gründete, füllt seit September 2019 diese Versorgungslücke. Die Mütter nehmen das Angebot dankend an und auch beim Team der Kinderklinik ist die Resonanz positiv. Weitere Ideen, wie eine Wochenbettambulanz und Rückbildungskurse in der Klinik, sind bereits im Gespräch. Janette Harazin berichtet in ihrem Vortrag von den Schritten, die für eine Kooperation mit der Klinik und die Organisation im Team notwendig waren, und gibt einen Ausblick auf weitere Entwicklungsmöglichkeiten.